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Radverkehrskonzeption Sachsen 2014

Freistaat Sachsen

Die Radverkehrskonzeption für den Freistaat Sachsen 2014 ist die Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs. Sie soll den Alltagsradverkehr und den Radtourismus deutlich stärken. Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten ist es, das Radfahren attraktiver und sicherer zu gestalten, die Serviceangebote rund um´s Rad weiter zu verbessern und die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger zu fördern.
Das SachsenNetz Rad soll eine Premiummarke für den touristischen Radverkehr werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die qualitative Verbesserung der bereits bestehenden Radwege sowie die Vervollständigung der Routen des SachsenNetz Rad. Dazu gehören vor allem eine durchgängige, sichere Befahrbarkeit sowie ein einheitliches Wegweisungskonzept.
Ein besonderes Anliegen des Freistaates ist die bessere Verknüpfung von Radverkehr und Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV). Hierfür sind ausreichende und sichere Abstellmöglichkeiten an Übergangsstellen, bedarfsorientierte Mitnahmemöglichkeiten und eine übersichtliche Tarifgestaltung für die Mitnahme von Fahrrädern im ÖPNV zu gewährleisten.

Wesentliche Punkte der Radverkehrskonzeption sind:

  • eine umfassende, baulastträgerübergreifende Analyse des Zustandes der vorhandenen Radwege und der noch zu beseitigenden Netzlücken,
  • die Bedarfsermittlung, Bewertung und Dringlichkeitsreihung von Radwegebaumaßnahmen entlang von Bundes-, Staats- und Kreisstraßen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit,
  • der Aufbau von Arbeitsgemeinschaften zur Koordination der Radverkehrsinfrastruktur auf Landes- und Regionalebene,
  • die Einrichtung einer Radwegedatenbank durch den Freistaat, frei zur Nutzung für Landkreise und Kommunen
  • die Weiterentwicklung des SachsenNetz Rad zur Premiummarke für den Radtourismus
  • ein Konzept für die einheitliche Beschilderung des SachsenNetz Rad
  • Vorschläge für den weiteren Ausbau der systematischen Verknüpfung der Verkehrsmittel
  • Anregungen und positive Beispiele zur sicheren Gestaltung von Verkehrsanlagen für den Alltagsradverkehr

Kommunale Radverkehrskonzepte

Landkreise, Städte und Gemeinden sind die Hauptträger des Radverkehrs auf ihrem Gebiet. Kommunen, welche über ein Radverkehrskonzept mit Netzplanung verfügen, können ihre Maßnahmen wesentlich systematischer realisieren. Die Vorteile eines Radverkehrskonzeptes sind u. a.:

  • Alle Beteiligten erfahren, wie sich ihr individuelles Handeln in ein Gesamtkonzept einfügt. Dies vereinfacht und vereinheitlicht auch die Kommunikation von Einzelmaßnahmen gegenüber Bürgern und Dritten.
  • Bereits konzipierte Maßnahmen für den Radverkehr können einfacher und oft kostengünstiger mit anderen Maßnahmen, wie z. B. Straßensanierungen oder städtebaulichen Umgestaltungen, kombiniert werden.
  • Die Nutzung bestimmter Förderprogramme, die z. B. einen Nachweis der Netzwirksamkeit einer Maßnahme fordern, wird ermöglicht oder vereinfacht
  • Die Vorlage einer beschlossenen Netzplanung kann die Priorität für Radverkehrsanlagen an Bundes- und Staatsstraßen erhöhen.
  • Gebietsübergreifend wird ein abgestimmtes Handeln erleichtert.
  • Im eigenen Bereich wird die Qualitäts- und Erfolgskontrolle einfacher.

Der Freistaat Sachsen fordert deshalb die Kommunen zur Erarbeitung von Netzplanungen sowohl für den Alltagsradverkehr als auch für den touristischen Radverkehr auf und unterstützt die Umsetzung entsprechender Maßnahmen.

Die folgende Tabelle zeigt den Bearbeitungsstand in den Landkreisen und kreisfreien Städten.

 

Landkreis/ kreisfreie Städte 

Radverkehrs-konzeption

Netzplanung 
Landkreis Bautzen  ja Alltagsradverkehr/touristisch
Erzgebirgskreis  Altkreise  touristisch
Landkreis Görlitz  -  touristisch
Landkreis Leipzig  ja  Alltagsradverkehr/touristisch
Landkreis Meißen  -  -
Landkreis Mittelsachsen  ja  touristisch
Landkreis Nordsachsen  ja  Alltagsradverkehr/touristisch
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge -  -
Vogtlandkreis  in Vorbereitung  in Vorbereitung
Landkreis Zwickau   ja  Alltagsradverkehr/touristisch
Stadt Chemnitz  ja  Alltagsradverkehr/touristisch
Landeshauptstadt Dresden  ja (Innenstadt)  Alltagsradverkehr
Stadt Leipzig  ja  Alltagsradverkehr/touristisch

 

Die Stärkung des Radverkehrs ist zugleich ein aktiver Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Lärmschutz. Entsprechende Konzepte der Kommunen zum Immissionsschutz sollten daher eng mit den Radverkehrskonzepten verzahnt werden.